Geschäftliche WhatsApp-Nutzung

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Die Nutzung von Diensten wie WhatsApp ist inzwischen so weit verbreitet, dass auch viele Unternehmen nicht darauf verzichten wollen, auf diesem Wege mit ihren Kunden zu kommunizieren. Was jedoch in puncto Datenschutz zu Problemen führen kann.

Eine Übermittlung personenbezogener Daten an einen Anbieter wie WhatsApp erfolgt zum Beispiel, wenn man diesem Telefonnummern oder andere Kontaktdaten mitteilt, um damit eine Kommunikation überhaupt erst zu ermöglichen. Dies geschieht üblicherweise über einen Adressbuchupload. Dabei wird die gesamte Kontaktinformation, welche auf dem Gerät gespeichert ist, an WhatsApp übermittelt. Eine derartige Übermittlung zu unternehmerischen Zwecken ist grundsätzlich datenschutzrechtlich nicht zulässig.

Da die WhatsApp Inc. in ihren Nutzungsbedingungen klar macht, dass sie von ihren Nutzern fordert, die Rechtsmäßigkeit der Übermittlung der Daten eigenständig sicherzustellen. Weiterhin ist nicht klar, ob die Daten des Adressbuchs tatsächlich nur bei der Erbringung der eigentlichen Kommunikationsdienstleistung Verwendung finden. In Hinsicht auf diesen Punkt ist die Datenschutzerklärung von WhatsApp sehr unbestimmt. Woraus sich schließen lässt, dass die Daten noch zu anderen Zwecken genutzt werden.

Will ein Unternehmen den Dienst trotzdem in Anspruch nehmen, sollte der Gebrauch über ein Endgerät geschehen, das bei der Installation der App ein leeres Adressbuch aufweist. Wird das Unternehmen nun direkt über WhatsApp von einer Person kontaktiert, kann man von der Einwilligung dieser Person ausgehen. Da sie durch diese Handlung eine konkludente Willenserklärung abgegeben hat, welche durch schlüssiges Handeln zustande kommt. Es ist möglich, hier eine Ausnahme vom Schriftformerfordernis der Einwilligung gemäß § 4a Abs. 1 S. 3 BDSG zu sehen. Siehe: https://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__4a.html

Rechtssicherer wäre es allerdings dennoch, wenn man mit seinen Geschäftspartnern und Kunden direkt die Nummern austauschen und dazu eine schriftliche Einwilligung von der betroffenen Person einholen würde.

Es ist nicht davon auszugehen, dass allein dadurch, dass eine Person ebenfalls Nutzer von WhatsApp ist, automatisch schon eine Einwilligung vorliegt. Da der Dienst weitere Informationen dadurch gewinnt, dass er sieht, wer mit wem verbunden ist.

Es ist außerdem ratsam, darauf zu achten, dass Mitarbeiter WhatsApp nicht dienstlich auf ihren privaten Handys nutzen. Weder sollte man sich von einem privaten Smartphone in einer betriebsinternen WhatsApp-Gruppe über personenbezogene Daten oder Termine austauschen noch sollte von einem solchen Gerät aus Kommunikation mit Kunden stattfinden. Es bestünde in einem solchen Fall auch das Risiko, dass private Kontaktdaten, die der Mitarbeiter auf seinem Handy hat, ohne dass er es will, an WhatsApp übermittelt werden.